• Rudi Zötsch

Verlag oder Eigenverlag?

Aktualisiert: Jan 2

Es war gar nicht so einfach, auf einen grünen Zweig zu kommen und um bei der Farbe Grün zu bleiben, es war ein Kampf sich durch den Online-Dschungel an Informationen über Autoren, Schriftsteller, Verlagen und dem Thema Selfpublishing zu kämpfen.

Es gibt ja einige Wege, um zu seinem Buch zu kommen und irgendwann führen alle wieder mal nach Rom. Einfach ist etwas anderes. Fragen über Fragen. Nur, welche Fragen sollte man sich stellen?

Warum ein Verlag?

Natürlich bietet einem ein Verlag viele Vorteile. Der größte ist sicher jener, dass ein Verlag als Profi agieren kann. Geld ist genug vorhanden, um Korrekturen und Lektorat zu bezahlen. Man hat eine gute Grafikabteilung, die bei der Wahl des Covers sicher die richtige Entscheidung treffen kann. Man hat Kontakt zu allen Vertriebsmöglichkeiten und ein neu erscheinendes Buch wird sowohl analog im Buchhandel, als auch auf allen digitalen Kanälen gelistet. Mit den Profis in Vertrieb und Marketing kann man sich als Autor sicher gelassen zurücklehnen und nach dem Relais seines Buches einmal abwarten, was so passiert. Die Pressestelle des Verlags wird alle Kontakte bemühen, um zu einigen Rezessionen zu kommen. Klingt ja alles super!

Der Nachteil daran ist wohl der, dass ich als Neuling und kleiner Goldfisch im Haifischbecken des Verlagswesens und des Buchvertriebs einen Vertrag unterschreiben muss, mit dem ich die Rechte an meinem Buch und vielem mehr abgeben muss. Ganz ehrlich! Das ist auch in Ordnung so.

Einer (der Verlag) übernimmt die finanzielle Verantwortung eines Buches und der andere (ich als Autor) kann sich zurücklehnen und warten, was den passiert mit seinem Werk und das alles ohne einen eigenen Euro in die Hand genommen zu haben. Im optimalen Verlauf bekommt der Autor sogar noch einen kleinen oder je nach Erfolg großen Vorschuss.

Wenn ich dem allen glauben kann, was ich in vielen Foren gelesen habe, in einschlägiger Literatur nachgeblättert und im persönlichen Gespräch mit Menschen aus der Branche so erfahren habe, muss man festhalten, dass kein Verlag auf dich als Autor wartet. Im Gegenteil. Also die alte Geschichte mit der Mär, schicke dein Manuskript (gehen wir davon aus, alles was Formatierung und ähnliches betrifft richtig gemacht zu haben) zum Verlag und hoffe auf dein Glück, sei hartnäckig und gib nicht auf, bis sie dich und dein Buch entdecken. Leider Blödsinn.

1-3 Bücher pro Jahr und Verlag, die es auf diese Weise schaffen veröffentlicht zu werden.

Hier ein sehr aufschlussreicher Artikel vom Kurier zu dem Thema:

https://kurier.at/wirtschaft/businessoesterreich/warum-aus-dem-traum-vom-bestseller-oft-nichts-wird/234.706.934

Heute ist es besser als Autor einen Literaturagenten zu haben, welcher dann meine Werke bei den verschiedensten Verlagen anbietet und dafür auch Kohle erhält. Natürlich zu Recht!

Das Problem ist leider nur, dass wir in Österreich wenige solche Agenten haben, was sich damit erklärt, dass ein Agent so um die 15–20 Prozent vom Vorschuss erhält und er/sie damit seine Aufwände abdecken muss. Dieser Vorschuss wird vom Verlag danach berechnet, wie viele Bücher man verkaufen wird. Ein Bestseller in Deutschland sollte zwischen 30.000 und 100.000 verkauften Exemplaren sein. Wie viel in Österreich? Kann ich nicht sagen 3000 bis 10.000  Exemplare vielleicht.

Das Komische daran ist, ich finde nichts im Netz zu dem Thema Bestseller. Alles nur Mythen und Gerüchte. Natürlich muss man auch noch bedenken, dass Amazon im digitalen Bereich ein Platzhirsch ist und sich auch so verhält. Auch hier ist es schwer zu erfahren ab wann ich als Autor in die Besteller-Listen gelange. Hier schwirren Zahlen durch den Raum von 200 -1.000 verkauften Exemplaren pro Tag? Ganz ehrlich: „Ein Wahnsinn!“ Wie ein schwarzes Loch!

Was wäre den dabei, wenn man die ehrlichen Verkaufszahlen von Büchern auch als Leser einsehen könnte? Die Autoindustrie veröffentlicht auch die Stückzahlen ihrer Verkäufe!

Also wird es jetzt einfacher zu verstehen, warum ich diesen Weg (vorerst) nicht gehen möchte.

Warum Selfpublishing?

Hier gibt es die eine Variante, ich gründe einen Verlag (nicht wirklich schwierig), hole mir eine ISBN-Nummer, damit mein Buch weltweit zu bestellen ist, ich besorge mir einen KorrekturleserIn und/oder eine LektorIn, einen GrafikerIn für mein Cover und eine günstige Druckerei, um mein Exemplar von meinem Buch in den Händen halten zu können. Kling Kompliziert! Ist es auch, oder?

OK, die einfachste Variante wäre mein Buch nur digital zu veröffentlichen, das ist wesentlich leichter. Schwierig wird es dabei nur sich zu entscheiden, ob Kindle oder Amazon oder Kobo oder wer auch immer, aber auch hier gibt es die Möglichkeit bei einem Anbieter zu veröffentlichen, der dir deine Arbeit als Self-Publisher erleichtert.

Wie zum Beispiel hier: https://www.bod.de/eigenes-buch-mit-bod.html?

Aber ehrlich, nur digital ist mir zu wenig. Zu einfach. Hat keinen Sex!

Also suche ich mir im Internet einen der vielen Anbieter im Selfpublishing Verlagswesen aus.

Nur welchen? Fragen über Fragen!

Erste Frage: Österreich oder Deutschland?

Morawa ist in Österreich der Platzhirsch. Aber er nimmt mir auch die Rechte am Buch ab. Will ich das? Nein, will ich nicht.

Zweite Frage: Was verlangen die dafür?

Das ist bei allen ungefähr gleich. Man muss meist einen kleinen Erstbeitrag überweisen und dann bezahlt man im Prinzip pro bestellten Buch, wobei es meist die Möglichkeit gibt, als Autor eigene Exemplare zu bestellen, welche man je nach Auflage etwas günstiger bekommt.

Dritte Frage: Drucken die nur das Buch oder veröffentlicht sie es digital auch?

Wieder sind wir beim Dschungel. Jedes Unternehmen hat seine Vorlieben und die wenigsten decken alles ab. Morawa zum Beispiel, veröffentlicht das digitale Werk vom Autor nicht auf Amazon. Was ich wieder verstehe. Aber leider ist das auch wieder zu kompliziert für mich.

Hier ein Link mit den meisten Selfpublishing Verlagen im Vergleich:

https://indie-autoren-buecher.de/selfpublishing-blog/buch-veroeffentlichen-als-selfpublisher-anbietervergleich/

Vierte Frage: Wie schaut es mit meinen Rechten am Buch aus?

Das ist bei allen unterschiedlich. Bei einigen aber gebe ich meine Rechte ab und das auch bei Selfpublishing. Das geht mir dann doch zu weit.

Schon wieder haben wir: Fragen über Fragen. So scheiden viele der Anbieter aus, einer nach dem anderen. Eins, Plopp, zwei oder drei, du musst dich entscheiden …

Ich habe mich jetzt für den TREDITION Verlag entschieden. Sounds good for me.

https://tredition.de

Da der Verlag in Deutschland sitzt, muss ich zwar nur noch abklären, ob mein Buch dann überhaupt in Österreich auch zum Verkauf gelistet wird. In die Österreichische Bestseller-Listen komme ich dann ja wahrscheinlich auch nicht. Wie schade!

Scherz, damit kann ich leben. :) Warum also Tredition?

Ich finde das die Seite vom Verlag einfach und gut verständlich aufgebaut ist.

Schlussendlich war es auch eine Bauchentscheidung und ich fühle mich wohl dabei.


Update Jänner 2011: In letzter Minute habe ich mich entschieden, doch bei MYMORAWA in Österreich zu veröffentlichen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. DAs Team und die Betreuung sind erstklassig. Zudem wird das Buch, im stationären Buchhandel, in meinem Fall ist das der MOSER in Graz, verkauft. Besser geht es nicht für den Anfang.


Ich habe das Thema jetzt bei Weitem nicht vertieft, sondern nur versucht kurz aufzuzeigen, was man denn so alles beachten sollte bei dem Thema:

„Rudi schreibt ein Buch und will es auch in Händen halten und digital veröffentlichen.“


Bis bald

euer Rudi








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